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Kraków Loves Adana – Songs After the Blue

Als Künstler und Künstlerin werden heute die in der Bildenden Kunst, der Angewandten Kunst, der Darstellenden Kunst sowie der Literatur und der Musik kreativ tätigen Menschen bezeichnet, die als Arbeiten bezeichnete Erzeugnisse künstlerischen Schaffens hervorbringen. Diese werden umgangssprachlich als Kunstwerke bezeichnet. – Wikipedia

In diesen Tagen feiern wir ein solches Kunstwerk, wir möchten das bereits 4. Album des Hamburger Duos KRAKÓW LOVES ADANA feiern und wir wollen es mit euch feiern. ‚Songs After The Blue‘ ist ein Werk aus genau 8 Kunstwerken, welche von der Bildsprache für sich stehen, aber allesamt das gleiche Hauptthema in sich tragen. Es geht um die Kreativität und den Kreativen, es geht um die Liebe zur Kunst und das leidige Thema der Existenz als Kreativer.

Es geht um die Frage, darf ich so egoistisch sein und einfach mein Ding machen? Kann ich von meiner Kunst leben? Oder wie es Deniz (Herz der Band) ausdrückt: „Kreativität als Selbstzweck ist ein egoistisches Unterfangen. Wenn ich als Künstler schon nicht von meiner Musik leben kann, dann möchte ich zumindest einen Beitrag zur Allgemeinheit leisten, ich möchte Denkanstöße geben und, wo nötig, ein Gefühl von Unbehagen oder Trost vermitteln.“ Dieses Problem und diese Krux werden die meisten Künstler kennen, die das Herz am rechten Fleck haben. Selten wurde dieses Problem so schön aufgezeigt, wie auf dieser Platte und in Songs wie ‚Bloom‘: „I was more than a bloom / in your shadow / breaking into light / At angles unplanned and unknown / I fought my way into life“. Und weiter: „Oh I know its hard / When it’s in your blood / When you grow apart / From what you are / love.“

Die Platte ist erschrocken ehrlich, legt den Finger ordentlich in die Wunde. „Real life sucks everyone dry / If you wanna have fun / learn to get high“ – Heather. Man merkt, dass es wirklich schwierig ist, in diesen Tagen als Künstler über die Runden zu kommen. Die fetten Jahre sind vorbei. Deshalb ist es um so bemerkenswerter, dass es Künstler wie Deniz und Robert noch gibt. Die beiden Hamburger leben ihren Traum und versuchen uns allen etwas davon abzugeben. Und das tun sie tatsächlich, indem sie uns mit auf eine Reise in die gute alte Zeit nehmen. In ‚Rapture‘ geht es um den Walkman, der damals das größte für uns war und immer und überall dabei war. „Gotta stick to the blue / Like a stone in my shoe / I will carry it along / Will carry it along.“

Es ist die Sehnsucht nach einer entschleunigten Zeit, in der man auch mal Tage lang nix von einander gehört hat oder nicht über alle Kanäle schlimme Nachrichten aus der ganzen Welt erhalten hat. Eine Zeit ohne Smartphone und Internet, in der man sich noch in die Augen geschaut hat. „I’ve got a bad taste in my mouth / Since the internet went out / Maybe I’ll write you a letter / Oh I’m trying to get better / Better… / I try to get better / better…. / One day I’ll get better“ – The Day The Internet Died. Die Songs wirken unheimlich befreiend, wenn man sie richtig versteht. Die musikalische Entwicklung, den die Band in den letzten 8 Jahren gegangen ist, kann man im Titel ‚Naked World‘ am besten hören. Es ist auch der letzte Song der Platte, hier gibt uns Deniz noch ein Fünkchen Hoffnung mit auf den Weg, vielleicht ist es auch ein kleiner Cliffhanger auf die nächste Platte: „After rain-filled days / Come the sun-drenched ones / When the light is floating softly / Through my bedroom / Through the walls / And my eyes are satisfied“.

Am Ende sollten wir wirklich nur dankbar sein, dass es immer noch Bands und Künstler, wie Kraków Loves Adana gibt.

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