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Bryde – Like An Island

Inseln waren schon immer faszinierend. Ich denke an meine Kindheit, an Robinson Crusoe, Odysseus und an die Griechische Mytologie. Inseln waren schon immer hinter dem Horizont liegende, unerreichbare Gärten Eden oder verloren gegangene Paradiese. Inseln müssen aber auch die ganze Zeit gegen das Wasser und die Elemente kämpfen, sie sind auf sich gestellt und sind allein.

Sarah Howells hat schon als Kind gemerkt, dass sie anders ist als andere Kinder in ihrem Alter. Wenn andere Kinder noch mit Puppen gespielt haben, dann hat sie schon Musik gespielt. Schnell hat sie sich Klavier und Geige beigebracht und die Teenagerband JYLT gegründet. Die Band wurde von Pearl Jam und Nirvana inspiriert. Aber nach dem tragischen Tod ihrer Bandkollegin Nia George, die mit 21 Jahren an Leukämie starb, zerschlug sich die Band in verschiedene Richtungen. Ab sofort machte Sarah als BRYDE alleine weiter. Auf einmal machte es Klick: “Then my mother told me it (Bryde) meant ‘to break’ in Danish. That idea of separating, the themes in my songs – it all fit.”

Alleine weiter zu machen fühlte sich Anfangs etwas ungewohnt an, aber wurde mit der Zeit zu einem absoluten Selbstläufer. Jede Single schlug ein. Sogar wir haben Bryde jetzt schon mit 6 verschiedenen Songs präsentiert und gefeatured. Jetzt erscheint also endlich das Debütalbum ‚Like An Island‘. Die Platte ist eine Ansammlung herausragender Songs, die so unfassbar direkt sind, angefangen mit dem Opener ‚To Be Brave‘: „try to be brave, don’t give the game the away / You’re a strong one, just carry on and No one needs to notice that there’s only silence holding this“.

Diese Kraft zieht sich durch das gesamte Album. Bryde schafft das, was viele nicht schaffen, sie klingt aggressive, auf den Punkt, aber sie verliert dadurch nicht ihr Gesicht. Sie wirkt nie aufgesetzt oder gekünstelt, Bryde klingt einfach nur ECHT. Jeder Song auf der Platte ist ein Album für sich. Du findest hier keinen Song, der einfach nur so durchläuft. Nein, Bryde schreibt ihre Songs wie Theaterstücke, meistens teilt sie die Lieder in 5 Akte ein. Exposition, Handlungssteigerung, Klimax, Handlungsabfall und Auflösung. Das verlieht den Songs diese Dynamik und Explosivität.

‚Like An Island‘ klingt wie ein fast verloren gegangenes Paradies, wie eine faszinierende, unerreichte Insel. Eine Insel, die dir ganz viel Kraft abgibt. „It feels like euphoria / Coming out of the dark like an island / And it feels like euphoria / There’s a madness somewhere inside this / Pulling, pulling, pulling me / From the cold and back to the heat“.

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