Mwita Mataro – Geteiltes Leid
Nachdem das Erstlingswerk ‚Austrodrama‘ mit dem furiosen Opener ‚Grüße Sie‘ bereits unmissverständlich die Ellbogen ausgefahren hat, zieht Mwita Mataro mit „Geteiltes Leid“ das Tempo noch einmal spürbar an.
Wer flüchtig hinhört, mag den Track als schweißtreibende Pop-Rock-Granate für verschwitzte Festivalzelte und lauthalse Mitsing-Chöre abhaken. Doch hinter der brachialen Vorwärtsbewegung und der zündenden Melodieführung verbirgt sich weit mehr als bloßer Party-Eskapismus: Es ist das schlagende Herz eines Konzeptwerks, das im entrückten Österreich der Gegenwart nach den existenziellen Wahrheiten schürft.
Sowohl musikalisch als auch in der Haltung bricht Mataro mit den glattpolierten Konventionen der heimischen Musikszene. „Geteiltes Leid“ und das übergeordnete Album Austrodrama erzählen die rastlose Suche eines jungen Künstlers nach Identität, Liebe und Haltung in einer zunehmend orientierungslosen Welt. Überzeugungen stehen nicht felsenfest, sondern werden permanent auf die Probe gestellt.
Es ist die Suche nach der Seele – nach dem Kern von allem –, aufgespannt zwischen Politik, Romantik, alltäglichen Hürden, Diskriminierungserfahrungen, Wut und Trauer. Die geteilte Last wird hier nicht zur Phrase, sondern zum kollektiven Moment gegen die Resignation.